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Ritt zur Landshuter Hochzeit

Auf diesen Ritt hatten wir alle hingefiebert, am 11. Juli starteten wir auf einem besonderen Ritt in die Vergangenheit. Wir wollten die, nur alle 4 Jahre stattfindende, "Landshuter Hochzeit" mit dem damaligen Fortbewegungsmittel, dem Pferd, besuchen. Also trafen sich 7 Reiterinnen und Reiter und machten sich auf, zu einer abenteuerlichen Zeitreise. Unsere erste Tagesetappe war mit über 50km sehr lang und wir waren heilfroh, abends endlich am "Schrankenschneiderhof" bei Ebersberg angekommen zu sein. Dankenswerterweise mußten wir keine Paddocks aufbauen und wir waren noch nie so froh darüber! Unsere Pferde liefen tapfer und fleißig und so manches, erst aufgeregte Pferd, wurde ruhiger und langsamer und teilte sich seine Kräfte ein. Nach einer ersehnten heißen Dusche, wartete unser Troßfahrer und Grillmeister mit leckerem Essen auf uns. Man saß zusammen auf ein Bierchen und bald fielen uns die Augen zu und wir krochen müde in unsere Schlafsäcke.

Der nächste Tag versprach nicht gar so anstrengend zu werden und wir umrundeten den Ebersberger Forst und trabten endlos hügelauf und hügelab. Die Sonne brannte heiß und die Hitze machte uns allen arg zu schaffen. Froh über jedes Fleckchen Schatten, erreichten wir schließlich müde und verschwitzt die "Oberlohhill-Ranch" bei Dorfen. Das Lagerfeuer brannte schon und vom Grill duftete es schon wunderbar. Schnell waren die Paddocks aufgebaut und jeder saß mit gefülltem Teller am Tisch. Der Abend war recht kurz, da die Hitze uns alle müde und schläfrig gemacht hatte. Nach einem Gute Nacht für die Pferde fielen alle wie tot in ihre Betten.

Am nächsten Tag hatten wir uns entschlossen, unsere Pferde ein Stück mit dem Hänger zu fahren, da die Strecke weit und die Hitze unerträglich war. Wir starteten in der Nähe von Erding und nun erwartete uns eine unvergleichliche Reitgegend, das "Erdinger Moos". Dies ist eine flache Gegend mit ungezählten, wunderbar weichen Wiesenwegen, die zum endlosen Galoppieren einladen. Eigentlich ist der Galopp auf einem Wanderritt eher selten und aufgrund harter Wege oft nicht machbar, aber hier genossen wir einen Galopp nach dem anderen. Sogar ein kleines Wettrennen machten unsere Pferde freudig mit und zeigten, was in ihnen steckt. Glücklich und mit diesem speziellen Grinsen im Gesicht erreichten wir schließlich den Islandpferdehof "Buchenthal". Eine der schönsten Wanderreitstationen, die ich kenne. Gastfreundliche Pferdemenschen und eine mit Liebe fürs Detail, gestaltete Unterkunft erwartete uns hier. Der Abend wurde lang, da man am nächsten Tag ja ausschlafen konnte. Wir machten uns nach dem Frühstück für Roß und Reiter richtig schick und fuhren mit dem Auto zum Highlight des Rittes, der "Landshuter Hochzeit". Jeder konnte den Tag nach eigenem Gutdünken verbringen und man traf sich nur zum Hochzeitszug durch die Landshuter Innenstadt. Dieses Erlebnis ist wirklich jedem zu empfehlen und unvergeßlich.

Es fiel uns allen schwer, nach diesem aufregenden und erlebnisreichen Tag,  wieder in die Reithosen zu steigen und den langen und anstrengenden Heimweg wieder anzutreten. Aber nach 3 Reittagen erreichten wir müde, aber glücklich und voll mit schönen Eindrücken wieder den heimatlichen Stall. Ein großes Dank gilt unseren herzlichen Gastgebern, die uns auf dem Hin- und Rückweg einquartiert und verköstigt haben. Und natürlich unserem unermüdlichen Troßfahrer, der täglich für müde und sonnenstrapazierte Reiter und Pferde da war.